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Zimmererarbeiten im Hausbau – Das richtige Holz für Ihr Dach

Zimmererarbeiten im Hausbau – Das richtige Holz für Ihr Dach

 

Beim Bau eines Hauses ist die Wahl des richtigen Holzes für den Dachstuhl von entscheidender Bedeutung. Ein Begriff, der hier immer wieder auftaucht, ist das „Konstruktionsvollholz“, kurz KVH-Holz. Doch was steckt eigentlich dahinter und warum ist es so wichtig, auf diese Holzart zu achten?

 

Was ist Konstruktionsvollholz (KVH)?

Konstruktionsvollholz ist ein hochwertiges, technisch veredeltes Bauschnittholz. Es wird in der Regel aus Nadelhölzern wie Fichte, Tanne, Douglasie oder Lärche hergestellt und unterliegt strengen Qualitätsanforderungen. Diese Holzart zeichnet sich durch ihre Restfeuchte von etwa 5 +/- 3 % aus, was bedeutet, dass das Holz weniger „arbeitet“ – also sich im Vergleich zu herkömmlichem Bauholz weniger verformt. Dadurch bleibt der Dachstuhl stabiler, und es kommt zu weniger Rissen oder Bewegungen im Holz. KVH-Holz ist außerdem gefast und gehobelt, was es besonders formstabil macht.

 

Vorteile von KVH gegenüber herkömmlichem Bauholz

Im Gegensatz zu herkömmlich getrocknetem Bauholz, das ebenfalls eine geringe Restfeuchte haben kann, bringt KVH einige entscheidende Vorteile mit sich:

 

  • Keilzinkung: Durch die sogenannte Keilzinkung werden kleinere Holzabschnitte verbunden, sodass auch längere Holzstücke mit Standardlängen von bis zu 13 Metern hergestellt werden können. Das macht KVH besonders vielseitig und robust.

 

  • Optische Unterschiede: Es gibt zwei Arten von KVH-Holz – für den sichtbaren Bereich (KVH-Si) und für den nicht sichtbaren Bereich (KVH-NSi). Beide Varianten erfüllen die hohen Qualitätsstandards, sind aber optisch unterschiedlich.

 

Was, wenn KVH nicht verwendet wird?

Wenn in den Bauunterlagen kein KVH-Holz angegeben ist, sollten Bauherren genau nachfragen. Oft wird stattdessen einfach „technisch getrocknetes Bauholz“ verwendet. Dieses Holz hat nicht die gleiche Qualität wie KVH. Es ist weder gefast noch gehobelt und wird in der Regel nicht keilgezinkt. Das bedeutet, dass es bei langen Holzbalken, etwa in einem Dachstuhl, zu mehr Bewegung kommen kann – was langfristig zu Problemen führen könnte.

 

Sparrenbinderdach: Eine Alternative?

In manchen Bauprojekten wird statt eines klassischen Dachstuhls ein sogenanntes Sparrenbinderdach verbaut. Dies ist ein vorgefertigtes Dachgerüst, das in einem Werk vorproduziert und auf der Baustelle montiert wird. Diese Methode spart Zeit und Kosten, bringt aber auch Nachteile mit sich, wie weniger nutzbaren Stauraum im Spitzboden.

 

Dachüberstände und Verkleidungen: Kunststoff oder Holz?

Ein weiterer Punkt, den Bauherren beachten sollten, ist die Verkleidung der Dachüberstände. In Norddeutschland ist Kunststoff weit verbreitet, doch wer ein offenes Dachkasten-Design bevorzugt, sollte auf Holz setzen. Bei der Verlegung auf den Sparren kann es bei Kunststoff zu unerwünschten Bewegungen kommen, während Holz hier stabiler ist.

 

Fazit

Die Wahl des richtigen Holzes und die richtige Dachkonstruktion spielen eine zentrale Rolle für die Langlebigkeit und Qualität eines Hauses. KVH-Holz ist in den letzten Jahren zum Standard in der Zimmererarbeit geworden und sollte auch in Ihrem Bauprojekt eine Rolle spielen. Lassen Sie sich nicht mit minderwertigen Alternativen abspeisen und stellen Sie sicher, dass alle verwendeten Materialien den Qualitätsstandards entsprechen.

 

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Quellenangabe: Informationen aus dem Buch „Hausbau - Mit Sicherheit zum Eigenheim“ von Thomas Brendel.

 

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